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August 2005
In Kriens, wo die Grundversorgung mit über 20 Antennen gemäss Fernmeldegesetz  bereits mehr als gewährleistet ist, waren im August 2005 zwei weitere leistungsstarke Antennenanlagen geplant: An der Emanuel-Müller-Strasse im Unterdorf (Swisscom) sowie auf der Talstation der Pilatusbahnen (Orange, Baugesuch inzwischen zurückgezogen). 
Letztgenannte hätte eine Leistung von gegen 10’000 Watt aufgewiesen und wäre damit zu einer der stärksten Antennen im Raum Innerschweiz geworden, dies inmitten eines dicht besiedelten Wohngebietes mit angrenzenden Schulanlagen.

29. August 2005
Am Montag, 29. August 2005 hat das KGHA (Komitee gegen Hochleistungsantennen, Spitzmatt) fristgerecht 928 Einsprachen gegen die geplante UMTS - Antenne der Firma Orange auf dem Dach der Pilatus Bahn in Kriens überreicht. Gleichzeitig wurde auch gegen die geplante Swisscom-Antenne eine Sammeleinsprache mit rund 1000 Unterschriften eingereicht.

September 2005
Peter Mattmann (Chance 21) reicht im Einwohnerrat ein Postulat ein. Der Gemeinderat wird aufgefordert, alles gegen die weitere Strahlenbelastung zu unternehmen und eine Übersicht über die Strahlenbelastung in der Gemeinde Kriens zu erstellen.

23. September 2005
Seit dem 23. September 2005 ist das KGHA ein Verein nach ZGB Artikel 60 ff, mit dem Ziel, neue Hochleistungsantennen in Wohnzonen der ganzen Gemeinde Kriens mit allen rechtlichen, politischen, legalen und gewaltfreien Mitteln zu verhindern.  Bruno Amrhein wird zum Präsidenten gewählt.

15. Oktober 2005
Am 15.Oktober 2005 wurde eine Unterschriftensammlung für eine Gemeindeinitiative gestartet, um weitere Hochleistungsantennen aus Krienser Wohnquartieren herauszuhalten.  Der Initiativtext lautet wie folgt: "In Wohnzonen sowie 500 Meter ab deren Zonengrenze sowie im Abstand von 800m zur nächsten Antenne, ist der Bau und Betrieb von Mobilfunk-Anlagen mit mehr als 500 Watt Leistung pro Standort untersagt. Darunter fallen alle Mobilfunkanlagen, welche bis 15. Oktober 2005 noch nicht rechtskräftig
bewilligt wurden." Hintergrund der Initiative ist einerseits die Tatsache, dass
sich vor allem im Zusammenhang mit der (leistungsstarken) UMTS-Technologie die medizinischen Bedenken häufen. Andererseits geht es auch um die  z.T. massiven Wertverminderungen von Liegenschaften in der Umgebung von Antennenanlagen, die eine Gemeinde nicht mehr so untätig hinnehmen kann. Deshalb sollen Anlagen mit einer Leistung von mehr als 500 Watt in Zukunft ausserhalb der Wohnzonen gebaut werden. 

13. Dezember 2005
Das KGHA überreicht der Gemeinde Kriens die  Unterschriften. 2202 Krienserinnen und Krienser haben die Gemeindeinitiative "Keine weiteren Antennen über 500 Watt in Wohnzonen" unterschrieben! Die für eine Gemeindeinitiative benötigten 500 Unterschriften wurden somit mehrfach übertroffen. Die Initiative wurde von stimmberechtigten Krienserinnen und Kriensern aus allen Quartieren, dem ganzen politischen Spektrum sowie von sämtlichen Altersgruppen unterstützt. Besten Dank an alle, die mit Ihrer Unterschrift zu diesem Rekordergebnis beigetragen haben!

17
. Januar 2006
Orange hat das Baugesuch für die fast 10'000 Watt starke UMTS-Antenne auf der Talstation der Pilatus-Bahnen zurückgezogen. Die 928 Einsprachen vom August 2005 haben also ihre Wirkung erzielt!

8. Februar 2006
Das KGHA veranstaltet im Foyer des Pilatussaals die Antennen-Arena mit Vertreter der Behörden, der Mobilfunkbetreiber, des Initiativkomitees und der Telekommunikationstechnik. Das Interesse am Thema bei der Krienser Bevölkerung ist sehr gross. Rund 130 Personen besuchen den Anlass.

Februar 2006
In der Gemeinde Emmen kommt die Gemeindeinitiative „Jetzt längt’s au z’Emme“ zu Stande. Sie wurde nach dem Krienser Vorbild mit dem gleichen Inhalt lanciert.

Juni 2006
Nach Beratung durch das KGHA kommt auch in Horw eine Initiative gegen Hochleistungsantennen zu Stande.
Die Idee des KGHA hat unterdessen sogar schon bis in den Kanton Aargau ausgestrahlt. In der Gemeinde Reinach wurde ebenfalls eine Gemeindeinitiative lanciert, exakt mit dem gleichen Inhalt wie in Kriens
Der Krienser Gemeinderat hatte sich im ersten Halbjahr 2006 intensiv mit der Gemeindeinitiative auseinandergesetzt und ist zum Schluss gekommen, dass die Initiative gültig ist. Entsprechend hat er dem Einwohnerrat empfohlen, die Initiative für gültig zu erklären. Zudem hat der Gemeinderat eine Planungszone mit dem Inhalt der Initiative erlassen, die ab sofort gültig ist.

14. September 2006
Der Einwohnerrat erklärte die Gemeindeinitiative "Keine weiteren Antennen über 500 Watt in Wohnzonen" mit 16 Ja- zu 11 Neinstimmen für gültig! (CVP, SP, GB, Chance 21, JCVP geschlossen gegen FDP und SVP).
Der Initiativtext wurde inhaltlich mit 10 Ja- zu 17 Neinstimmen abgelehnt. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Einwohnerrat nichts gegen weitere Antennen tun will, denn er stimmte einem Gegenvorschlag der CVP/JCVP-Fraktion mit 20 ja zu 7 nein zu. Gemäss diesem Gegenvorschlag soll der Bau von weiteren Mobilfunkanlagen ebenfalls verhindert werden, jedoch in weniger konkreter Formulierung.
Als politische Folge wird es in Kriens am 11. März 2007 eine Volksabstimmung über Initiative und Gegenvorschlag geben. Das Komitee gegen Hochleistungsantennen hat an seiner anschliessenden Sitzung beschlossen, an seiner Volksinitiative festzuhalten.

16. September 2006
Mit dem Tod von Franz Amrhein-Mühlebach verliert das KGHA ein engagiertes Gründungsmitglied.

Oktober 2006
In Hochdorf kommt eine Gemeindeinitiative mit dem gleichen Inhalt wie in Kriens zu Stande.

Januar 2007
Auch in Littau bringt ein Initiativkomitee die Krienser Antennen-Initiative zu Stande.

31. Januar 2007
Das KGHA veranstaltet im Scala das Antennen-Podium mit Vertretern aus allen Krienser Einwohnerratsparteien. Der Anlass ist mit 80 Personen gut besucht.

Februar 2007
Die Luzerner Gemeinde Meggen und die Aargauer Gemeinde Rheinfelden stehen vor der Lancierung einer Antennen-Initiative.
Die Gemeinde Kriens gibt der Firma Sunrise keine Baubewilligung für einen neu beantragten Antennenstandort an der Luzernerstrasse 40, da die Antenne mit 3000 Watt ERP Sendeleistung die Vorgaben der Planungszone nicht einhält. Die Initiative hat Ihre Wirkung also bereits erreicht, bevor sie durch das Volk angenommen wurde.

11. März 2007
Die Krienser Stimmberechtigen stimmen über die Initiative „Keine weiteren Antennen über 500 Watt in Wohnzonen“ und den Gegenvorschlag ab. Die Antennen-Initiative wird mit 73,8 % JA-Stimmen mehr als deutlich angenommen. Der Gegenvorschlag wird ebenfalls angenommen. Bei der Stichfrage entscheiden sich jedoch deutlich mehr Krienserinnen und Krienser für die Antennen-Initiative. 

April 2007
Gründung einer kantonalen Interessengemeinschaft mit Vertretern der Komitees gegen Hochleistungsantennen aus zahlreichen Luzerner Gemeinden. Das KGHA wird durch seinen Präsidenten in der IG vertreten.

15. September 2007
Der Einwohnerrat hat den vom Volk angenommenen Initiativtext ins Bau- und Zonenreglement aufgenommen. Dieser kann dem Regierungsrat des Kantons Luzern vorgelegt werden.

9. März 2008
Mit dem Entscheid des Regierungsrates wird der Antennen-Artikel des Bau- und Zonenreglements nicht genehmigt. Der Gemeinderat verzichtet darauf, den fragwürdigen Entscheid ans Verwaltungs- und Bundesgericht weiterzuziehen, womit die Zeit der Initiative „Keine weiteren Antennen über 500 Watt in Wohnzonen“ abgelaufen ist.

26. April 2008
Trotz dem Entscheid von Regierungs- und Gemeinderat gibt das KGHA sein Ziel nicht auf sondern sagt sich "Jetzt längts erscht rächt" und beginnt mit der Unterschriftensammlung für eine neue Gemeindeinitiative. Diese ist so formuliert, dass sie den aktuellsten Bundesgerichtsentscheiden betreffend Recht der Gemeinden bei der Standortplanung von Mobilfunkantennen entspricht: "Standorte für den Bau und Betrieb von Mobilfunkanlagen werden durch Positiv- und Negativplanung geregelt: Die zulässigen Standorte von Mobilfunkanlagen werden im Zonenplan durch einen referendumsfähigen Beschluss des Einwohnerrates festgelegt. Dabei sind Antennenstandorte ausgeschlossen, welche sich in Wohnzonen gemäss Art. 6 und 7 BZR sowie bis 150 m ab dreren Zonengrenze befinden, soweit solche Mobilfunkantennen bis zum 14.4.2008 nicht rechtskräftig bewilligt worden sind."

23. Juni 2008
Die Gemeindeinitiative "Vernünftige Antennen-Standorte in Kriens" ist mit 1048 gültigen Unterschriften erfolgreich zu Stande gekommen. Obwohl zum zweiten Mal Unterschriften zum gleichen Thema gesammelt wurden, kann das KGHA der Gemeinde Kriens mehr als doppelt so viele Unterschriften überreichen, wie für das Zustandekommen einer Gemeindeinitiative notwendig sind.

18. Dezember 2008
Der Einwohnerrat erklärt die 2. Antennen-Initiative für ungültig. Hingegen hält der Einwohnerrat an der Motion des heutigen Gemeinderates Matthias Senn fest. Damit ist Kriens verpflichtet, eine Positiv- und Negativplanung für Antennenstandorte auszuarbeiten.

Dezember 2008
Heidi Bucher tritt nach über drei Jahren Engagement gegen Mobilfunkantennen aus dem Komitee aus.

Januar 2009
Das KGHA erhebt fristgerecht eine Stimmrechtsbeschwerde gegen den Entscheid des Einwohnerrates, da die Komiteemitglieder überzeugt sind, dass die Initiative den Bundesgerichtsurteilen entspricht. Damit bleibt die Frage der Gültigkeit bis auf Weiteres offen.

Sommer 2009
In zwei Sitzungen wurde im Auftrag des Einwohnerrats versucht, auf Dialogbasis eine gemeinsame Antennenplanung für das Gemeindegebiet zu erarbeiten. Da von Seite der Mobilfunkbetreiber keine Kompromissbereitschaft zu erkennen war und die Anliegen des KGHA kaum berücksichtigt wurden, hat sich dieses entschlossen, die Stimmrechtsbeschwerde aufrechtzuerhalten. Diese war vorübergehend sistiert, in der Hoffnung, eine für die Bevölkerung akzeptable Lösung im Rahmen eines "runden Tisches" zu finden, was leider jedoch nicht gelang.

Juli 2010
Der Regierungsrat hat die Stimmrechtsbeschwerde betreffend der zweiten Antennen-Initiative abgewiesen. Nach gründlicher juristischer, technischer und politischer Analyse des Entscheides hat sich das KGHA entschieden, die Beschwerde an das kantonale Verwaltungsgericht weiterzuziehen. Das KGHA hat den Gemeinderat aufgefordert, bis zum Vorliegen eines verbindlichen, gerichtlichen Grundsatzentscheides keine neuen Antennen in Wohnzonen zuzulassen.

 
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